Der Preis staatlicher Daten

”On the one hand information wants to be expensive, because it’s so valuable. The right information in the right place just changes your life. On the other hand, information wants to be free, because the cost of getting it out is getting lower and lower all the time. So you have these two fighting against each other”

Dieses Zitat von Steward Brand gilt als Vorläufer des in technischen Aktivisten-Gruppen (auch den verschiedenen Open Bewegungen) verbreiteten Statement: Information wants to be free. Es geht dabei aber über die blosse Aussage „Information möchte frei sein“ hinaus und stellt einen guten Einstieg über für die Debatte über die Preissetzung von Open Data dar. Man sollte sich hierbei die Ambivalenz des englischen Wortes “free” klar machen. Staatliche Informationen können ”free as in speech“ sein, was aber nicht automatisch ”free as a free beer“ bedeutet. Continue Reading →

“Segelflug im Vakuum”

Mich nervt die albernen Tabuisierung einer Diskussion über das sankrosankte geistige Eigentum gehörig. Wie in vielen Kommentaren im Internet, dem offenen Brief der Tatort-Autoren, oder der zuletzt geleakten Argumentationshilfe für den SPD-Parteivorstand zu lesen, ist es quasi verboten überhaupt auch nur das Urheberrecht zu Hinterfragen, geschweige denn den Begriff des geistigen Eigentum. Da ist man gleich jemand, der aufklärerische Erfolge der Menschheit in Frage stellt, oder auch rücksichtsloser Kunst- und Kulturzerstörer. Es muss doch erlaubt sein sich darüber zu unterhalten, warum es zu diesem gesellschaftlichen Konstrukt gekommen ist und inwieweit es in die digitale Zeit passt. Aber man hört immer nur von einer quasi Natur gegebenen Kausalität von Einnahmen der Künstler bzw. kultureller Vielfalt und der Existenz eines Urheberrechtes – welches in großen Teilen auf der Kommerzialisierung und Durchsetzung von Rechtsinteressen durch die Kontrolle materieller Güter beruht. Völlig unabhängig von der Frage ob dies schon in der Vergangenheit alternativlos war, war es doch zumindest praktikabel. Musik als Information wurde auf einen Träger gebracht und damit kontrollierbar. Das Musikstück unterlag damit den Regeln knapper Güter. Wie irgendein produziertes Auto. Die Digitialisierung bringt uns nun den Vorteil grenzenloser, kostengünstiger Verbreitung von Information. Ja der ganze Kern des heutigen Internet beruht genau darauf – Information und deren grenzenloser und praktisch unkontrollierbaren Verbreitung. Und genau da liegt der Knackpunkt. Wenn nun versucht wird, den Kern des Internet so zu manipulieren, damit sich bisherige Geschäftsmodelle auch dort anwenden lassen, also Grenzen, künstliche Verknappung, beschränkte Rechte, Informationskontrolle, dann ist das kein Kompromiss sondern ein Angriff auf das Wesen des Internet als solches. Das ist was Seemann in dem Spiegelartikel “Lieber frei als gerecht” meint, oder wie ich es verstanden habe. Und er hat absolut Recht.

TV is not dead, yet

Ich schaue praktisch kein Fernsehen im Sinne des klassischen ausgestrahlten Programms, ob über DVB-T oder Kabel. Ich besitze seit 2006 auch überhaupt keinen Fernseher mehr. Zugegeben ich hab einen dieser USB-Stick gleichen DVB-T Empfänger für das Notebook. Nutze ich aber auch praktisch gar nicht. Was ich hingegen immer mal wieder nutze ist die Mediathek der Öffentlich-rechtlichen um ganz gezielt z.B. das Auslandsjournal oder die Heute-Show zu gucken. TV kommt also bei mir fast ausschließlich aus dem Netz. Kein Wunder und auch nichts ungewöhnliches, schaut man sich eine der vielzähligen Studien dazu an. Im englischsprachigen Ausland sind es Web-TV Dienste wie Hulu oder NetFlix welche die Zuschauer vom Satellit zum Web gestützen TV Konsum ziehen. Die Verfügbarkeit einer Vielzahl von Serien und Filmen on demand, für Monatsbeiträge unter zehn Euro pro Monat, macht das Angebot aber auch verdammt attraktiv.
Continue Reading →

Amtsgeheimnis in der öffentlichen Verwaltung

Die Idee eines freien Zuganges zu Informationen und Wissen begleiten die Menschheit schon seit den Anfängen der Übergabe von Informationen. Auch wenn die vielfältige Verwendung des Begriffes Open relativ neu ist, so sind es die Konzepte die dahinter stehen nicht. Schon im Jahr 868 nach Christus wurde der Text des s. g. buddhistischen Diamant-Sutra mit dem Hinweis versehen: „Für die universelle und freie Verteilung“. Genauso lange begleitet die Menschen die Idee des Geheimnisses. Aber erst mit der Einführung von formalen Rechten wie dem Copyright oder Patenten, wurde im 16. und 17. Jahrhundert die Idee von Rechten an immateriellen Gütern normiert. Dem ging das entstehen eines neuen Autoren- und Wissens-Begriff voraus der den Autor als Schöpfer eines immateriellen Gutes sah, an dem dieser Eigentumsrechte inne hat. Gleichzeitig hat sich in der Politik, seit dem Aufkommen absolutistischer Herrschaftssysteme und dem Kampf um Herrschaftswissen, das Geheimnis zum einem politischen Leitgedanken einer ganzen Epoche entwickelt. Continue Reading →

Warum sind staatliche Daten so wertvoll?

”Barack Obama said, in a speech, that he .. American government data would be available on the Internet in accessible formats. And I hope that they will put it up as linked data. That’s important. Why is it important? Not just for transparency, yeah transparency in government is important, but that data .. this is the data from all the government departments. Think about how much of that data is about how life is lived in America. It’s actual useful. It’s got value. I can use it in my company. I could use it as a kid to do my homework.So we’re talking about making the world run better by making this data available.“ (Tim Berners-Lee on the next Web, 2009)

Dieses Zitat von Tim Berners-Lee, aus einer Präsentation während der TED Konferenz im Jahr 2009, umrahmt sehr anschaulich die Idee, welche sich hinter der Vorstellung eines Wertes staatlicher Information verbirgt. Der Staat hat Daten und diese Daten haben einen Wert, da man diese Daten in beispielsweise dem eigenen Unternehmen verwenden kann oder Schüler damit ihre Hausaufgaben machen können. Werden diese Daten zugänglich, wird die Welt besser, so die Argumentation von Berners-Lee.

Continue Reading →